Recht im Wald


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Jagdliche Sperrgebiete – Rechtsinformation

Jagdliche Sperrgebiete (in der Steiermark als „Wildschutzgebiete“ bezeichnet) werden über Antrag des Jagdberechtigten von der Bezirksverwaltungsbehörde verfügt und durch den Jagdberechtigten mit Hinweistafeln gekennzeichnet.

Die Voraussetzungen einer solchen Sperre sind lt. Stmk. Jagdgesetz (§51) folgende:
Sperren sind nur möglich im Bereich von

  • Genehmigten Wildgattern
  • Genehmigten Fütterungsanlagen und dazugehörigen Einstandsgebieten
  • Brut und Nistpläzzen des Auer- und Birkwildes

Die Sperre muß unerläßlich sein

  • Zum Schutz der Lebensgrundlagen des Wildes und
  • Zur Vermeidung von Wildschäden als Folge der Beunruhigung des Wildes durch den Menschen

Auf Grund dieser Bestimmungen kam es steiermarkweit zu ca. 400 Sperren (von ca. 8 bis 100ha) über einen Zeitraum von bis zu achteinhalb Monaten jährlich. Damit hat die Steiermark die meisten ausgewiesenen Jagdsperren von ganz Österreich. Dieses Faktum führt immer öfter zu Klagen von Mitgliedern alpiner Vereine, welche sich dadurch in ihrer Wegefreiheit im Wald und im alpinen Raum insbesondere bei Schitouren beschnitten fühlen.
Denn jede jagdrechtliche Sperre steht in einem gewissen Spannungsverhältnis zu den Wegefreiheitsgarantien und Betretungsrechten des Bundes und im Stmk. Gesetz über die Wegefreiheit im Bergland (künftig im Naturschutz) festgelegt sind.
Die Naturfreunde verwehren sich nicht gegen die Ausweisung von Wildschutzgebieten, sondern gegen einen allfälligen Mißbrauch des Jagdgesetzes zum Zweck einer Behinderung des Schitourenlaufes durch Jagdberechtigte.

§51 Absatz 2 Stmk. Jagdgesetz:
„Wildschutzgebiete dürfen außerhalb der zur allgemeinen Benützung dienenden Straßen und Wege einschließlich der örtlich üblichen Schiführen, Schiabfahrten und Langlaufloipen nicht betreten oder befahren werden.“
 

In der Praxis kann es durch diese Rechtslage auch dazu kommen, daß Gebiete, durch die „zufälligerweise“ keine Wanderwege usw. führen, tatsächlich total gesperrt sind. Dabei kann es sich – bei geographisch entsprechend geschickter Plazierung – auch um relativ große Fächen handeln, für deren Sperre eine forstrechtliche Bewilligung nicht zu erlangen wäre. Die Naturfreunde werden im Rahmen ihres gesetzlichen Anhörungsrechtes in jagdrechtlichen Sperrverfahren verstärkt auf solche Situationen aufmerksam machen.

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Tips für Deinen Weg

Auch Wildschutzgebiete dürfen auf Straßen und Wegen, die der allgemeinen Benützung dienen, auf örtlich üblichen Wanderwegen und Schiführen, auf Schiabfahrten und Langlaufloipen betreten bzw. mit Schiern befahren werden.

  • In der Führerliteratur verlautbarte Schirouten können meist als örtlich üblich angesehen werden
  • Forststraßen werden in der Regel als örtlich übliche Wanderwege angesehen und sind somit für die allgemeine Benützung zugänglich
  • Schitouren sind keinesfalls an irgendeinen zeitlichen Rahmen gebunden (das Forstgesetz erlaubt nur nicht das „Lagern bei Nacht“)
  • Hinweistafeln für Wildschutzgebiete brauchen nicht beachtet werden wenn
  • die Bezirksverwaltungsbehörde,
  • die Geschäftszahl des Bescheides und
  • die zeitliche Sperrbegrenzung

nicht eindeutig lesbar auf der Tafel aufscheinen, denn unvollständig beschriftete Tafeln stellen gemäß §1 Abs.3 der Verordnung über die Kennzeichnung von Schutzgebieten keinen verbindlichen Hinweis auf ein bestehendes Wildschutzgebiet dar.

  • Diese Hinweistafel dürfen üblicherweise erst im Spätherbst (ab 15.Oktober bzw. ab Beginn des Schließens der Schneedecke) aufgestellt werden.
  • Triffst Du Hinweistafeln im Sommer (ab 30.6.) an, so liegt eine Mißachtung des §51 Abs.3 des Jagdgestzes vor. Sie haben daher keine Wirkung.

Ansonsten darf der Wald und das alpine Ödland grundsätzlich frei betreten werden. Beachte aber insbesondere auch folgende Regeln:

  • Weder betreten noch mit Schiern befahren werden dürfen Neu- und Wiederbewaldungsflächen mit einem Bewuchs bis zu drei Metern Höhe (§33 Abs.2 lit.c des Forstgesetzes), wobei die Beurteilung der Bewuchshöhe nicht nach den einzelnen Vorwüchsen, sondern nach der durchschnittlichen Höhe vorzunehmen ist.
  • Auch einige weitere Flächen (z.B. Schneebruchflächen) können vom Waldeigentümer gesperrt werden (§34 Abs.2 lit.c des Forstgesetzes). Dies ist allerdings nur in den vom Forstgesetz geregelten Fällen und meist nur für einen befristete Dauer (z.B. bis zur Beendigung der Aufarbeitung) zulässig.

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Schitouren ohne schlechtes Gewissen!

Komm mit uns.
Wir wissen Bescheid über ausverhandelte Schirouten und gehen mit Dir in die Einsamkeit, bewußt, um touristisch schon überlastete Naturräume zu meiden. Überzeuge Dich von unserem wildschonenden, naturnahen Verhalten während der Tour.
Auf Grund unserer profunden Ortskenntnis über Grenzen von Wildschutzgebieten, Aufforstungsflächen, Wildfütterungen, Einstandsgebieten usw. sowie unseres Wissens über relevante Gesetze und Verordnungen sind wir in der Lage, Dir ein Schitourenerlebnis zu vermitteln, welches Du getrost mit gutem Gewissen beenden kannst.
Die Naturfreunde Gratwein wünschen Dir einen reibungslosen und unfallfreien Tourenwinter!
 
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