Mountainbike Tour, August 2016

Mountainbike Wallfahrt nach Mariazell

“Es war ein unbeschreibliches Erlebnis”. Das war das Resume von Susanne und ich kann ihr eigentlich nur beipflichten. Sowohl vom Wetter her als auch, und das ist ja viel wichtiger, von der Gruppe her war es eine perfekte Tour.

Der stürmische Durchzug der Kaltfront vom Vortag verlief zu unseren Gunsten und wir starteten bei angenehm frischen Temperaturen auf trockenem Untergrund in Richtung Veitsch. Gestärkt durch ein zweites Frühstück bei der Konditorei Seidl in Turnau hatten wir durch einen langen, mäßig ansteigenden Graben genügend Zeit zum Einrollen bevor es am Talschluß so richtig zur Sache ging. Zwar immer noch auf einer Forststraße aber mit mehr als 10 Prozent durchschnittlicher Steigung schraubten wir uns hoch bis nahe an den Gipfelhang der Hohen Veitsch, wo wir gerade noch rechtzeitig bei einer kleinen aber feinen Almhütte eintrafen.
Rechtzeitig deshalb weil es noch zu kühl für eine längere Pause im Freien war, wir aber noch vor den größeren Pilgergruppen ankamen und uns noch einen guten Platz in der geheizten Hütte sichern konnten. Nach einer ordentlichen Pause ging es an die erste Abfahrt des Tages, ein abwechslungsreicher, sehr gut zu fahrender Wanderweg, mit genau passendem Schwierigkeitsgrad. Weiter auf Forst- und Waldwegen folgten wir der Markierung bis zum nächsten Pass, wo uns auch der nächste nennenswerte Anstieg erwartete. Deutlich kürzer als der erste aber nicht minder knackig, jedenfalls aber wieder mit einer gemütlichen Hütte am höchsten Punkt. Und es war mittlerweile höchste Zeit für Kaffee und Kuchen. Was soll ich sagen, wenn ich an den Zwetschken-Kuchen dort oben denke, läuft mir bereits wieder das Wasser im Mund zusammen! Und dank der guten Kondition der Mitfahrer blieb uns genügend Zeit für diese Rast.

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Die Wolken lichteten sich zunehmend und auch unser Höhenprofil wurde immer freier, so blieben fast nur noch Abfahrten zu absolvieren. Über einen steilen Forstweg, durch eine wild-romantische Klamm und eine liebliche Hochebene näherten wir uns unserem Ziel, der Basilika in Mariazell. Vor einigen Jahren erst renoviert erstrahlte sie vor uns in der späten Nachmittags-Sonne. Da sich der Ansturm der Pilger in Grenzen hielt konnten wir alles in Ruhe besichtigen bevor wir uns ins Quartier aufmachten. Auch das lag ausgesprochen günstig nahe dem Ortszentrum und direkt neben einem Brauhaus welches kurzerhand ins Abendprogramm aufgenommen wurde und sich dann als Volltreffer erwiesen hat. Nicht nur das Bier sondern auch das Essen waren ausgezeichnet, der perfekte Abschluss für diesen Tag.

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Tag 2 und der befürchtete Druckschmerz beim ersten Aufsitzen am Rad blieb weitgehend aus. Was erfahrungsgemäß für viele die größte Hürde bei so einer Tour darstellt war somit gemeistert. Die Wetterprognose war ideal zum Radeln – angenehm kühl und zunehmend sonnig bei moderatem Temperaturanstieg.
Wieder war die Tour so angelegt, dass uns genug Zeit zum Einrollen blieb und als kleine Abwechslung konnten wir vor unserem ersten langen Anstieg noch das Starterfeld des jährlichen Bergrennens auf die Dürrieglalm anfeuern. Die waren dann doch einige wenige Minuten vor uns am Ziel, allerdings hatten die ja auch keinen schweren Rucksack zu tragen. Auf der Alm konnten wir uns dann wieder kaum satt sehen – auf der einen Seite der Ötscher und auf der anderen die Mürzsteger Alpen – und wir mitten drinnen.

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Nach der langen Abfahrt hinunter ins Mürztal erwartete uns dann der einzige weniger attraktive Teil der Strecke, eine breite Landesstraße mit Auto- und Motorradverkehr. Nicht groß drüber nachdenken, einfach abhaken, das war das Motto für die paar Kilometer. Immerhin folgten unmittelbar darauf wieder geschmeidige Trails und Forstwege in leichtem Auf und Ab insgesamt aber auch mit etlichen Bergauf-Höhenmetern. Und da machte sich die bisher zurückgelegte Strecke und die notwendige größere Pause körperlich dann doch bemerkbar. Das Wissen um den nächsten Rastplatz mobilisierte aber bei allen genügend Reserven und wir erreichten den höchsten Punkt unserer Tour planmäßig.

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Damit blieben dann endgültig nur noch Abfahrtskilometer und eine ordentliche Jause zu konsumieren. Die Sonne hatte mittlerweile zugelegt und wir mussten uns wieder nach einem Sonnenschirm umsehen, ich liebe Luxus-Probleme.
Und die Erkenntnis dieses Tages – als Radler kannst’ einfach länger auf der Hütte bleiben und die Sonne genießen.

Somit ist die Premiere einer Mehrtagestour mit Bike sehr gut gelungen und wird sicher so bald wie möglich wieder am Programm stehen.
Gratulation an alle Mitfahrenden zu dieser wirklich tollen Leistung und danke für die unterhaltsamen Stunden.
Axel
 
 


 
 

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